Wie halte ich zahlungswillige Kunden vom Billigen ab

Ein ungewohnt großflächiges Weiß umhüllte die Verpackung. Fast schon gähnende Leere. Da fehlte etwas! Wo bei anderen Nahrungsmitteln der Konsument mit appetitlichen Bildern zum Kauf gelockt werden sollte, erschien dieses Produkt trocken und unscheinbar, als wollte es sich davonstehlen oder sich dem Blick (oder dem Geschmack?) des Betrachters entziehen.

Lass die Finger davon!, hörte ich eine Stimme in meinem Kopf rufen. Ich hatte immer eine gewisse Abneigung gegen »Billig«-Produkte, und zusammen mit dieser Art von Verpackung wirkte das Produkt dann abweisend auf mich.

Woher sie kam, weiß ich nicht so genau. Vielleicht bin ich zu markenbewusst oder einfach nur oberflächlich. An eins aber erinnere ich mich genau, denn jedes Mal, wenn ich beim real,- einkaufen war und eins ihrer günstigen Produkte in der Hand hielt, fragte ich mich, warum sie bei der Verpackung sparten und nicht für ein besseres Design sorgten.

So schwer konnte das nicht sein, oder? Und mit einer ansprechenderen Verpackung würden die Supermärkte mehr von den »billigen« Produkten verkaufen (zumindest bei ihren eigenen Marken). Aber genau das wollen die Supermärkte nicht.
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Bücher leben und sterben

Es ist schon so lange her, dass ich mich nicht mehr daran erinnere. In irgendeinem Buch fand ich gleich zu Anfang vor dem eigentlichen Text in persönlicher Handschrift fein notiert den Namen des Buchbesitzers und ein Datum.

Ohne zu wissen, warum, war ich davon so fasziniert, dass ich es gleich für meine Bücher übernahm. Von da an begann ich, in jedes meiner Bücher meinen Namen und das Datum einzutragen, wann ich das Buch zum ersten Mal in den Händen hielt.

Es war wie ein »Willkommen in meiner Welt«, eine Art freundlicher Begrüßung eines Freundes, eines neuen Begleiters in einer anderen, persönlichen Welt.

Und seit heute habe ich begonnen, ein weiteres Datum in die Bücher einzutragen: Das Datum, an dem ich das Buch zu Ende las. “Bücher leben und sterben” weiterlesen

Buch: Erich Fromm – Die Kunst des Liebens

Erich Fromm – Die Kunst des Liebens (Amazon Werbelink)

„Sevmeyin mesleğini arıyorum“, sprach mich der Mann an.

Mein Türkisch war nicht sonderlich gut, aber ich wusste sofort, welches Buch er meinte – das Buch, das eine eigenartige Anziehung auf mich ausübte und an das ich mich nicht herantraute. Ich wusste selbst nicht, warum das so war. Ich kannte nichts aus dem Buch. Ich hatte es bei Gemini in Bielefeld entdeckt. Der Titel hatte mich sofort fasziniert. An mehr kann ich mich rückblickend nicht mehr erinnern. Ich weiß nicht, ob ich es damals geahnt hatte: das Buch wird mich verändern!

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Beraubt!

radioher by proserpina

Als Jugendlicher war ich ein Ausländer und schüchtern. Ich ging ungern in Läden hinein, um zu stöbern, weil mich mit Sicherheit irgendwann eine Verkäuferin ansprach. Aber der Buchladen, das war ein Ort, den ich immer gerne aufsuchte. Meine Aufregung war dann ganz anderer Natur.

An jenem hellen Sommertag freute ich mich wieder auf den Buchladen. Ich hatte wieder ein Buch zu Ende gelesen und wollte mir jetzt ein Neues aussuchen. Mein Herz schlug bei der bevorstehenden Entdeckungsreise höher. Im Gegensatz zu allen anderen Einkäufen, die sehr zielgerichtet waren, ließ ich mir hierbei immer Zeit. Nahm jedes Buch einzeln in die Hand, wog es genussvoll, wendete es ein paar Mal hin und her. Ich atmete den Duft aus frischem Papier ein, blätterte gewollt ziellos darin und schlug dann irgendeine Seite auf. Nur diesmal kam alles anders.

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