Seelenreparierer

Jede Beziehung veränderte einen Menschen. Meistens waren es bereichernde und erfüllende Erfahrungen. Manchmal aber richtete sie Schaden an und hinterließ etwas nicht definierbar Kaputtes in einem zurück.

Das Kaputte reiste dann als blinder Passagier mit zur nächsten. Dort breitete es sich im menschlichen Zwischenspiel wie ein Virus von einem Menschen auf den Nächsten aus. Doch im Gegensatz zu einer ansteckenden Krankheit hoffte es auf Heilung. Fand sie diese nicht, dann suchte sie ihr Heil beim Nächsten und alles begann von vorne. „Seelenreparierer“ weiterlesen


Heiraten oder Von der Zähmung wilder Hengste

Am Freitag dieser Woche lernte ich ein befremdliches Hochzeitsritual kennen: Der Braut wurde gratuliert, dem Bräutigam das Bedauern ausgesprochen. Nein, nicht direkt bei der Trauung, sondern abseits im Verborgenen, hinter ihrem Rücken.

Es war nicht das erste Mal, dass ich die scherzhaften Beileidsbekundungen für den frisch vermählten Ehemann hörte, als sei die Ehe für einen Mann das Ende einer langen Flucht, der Abschied aus einem schönen Leben, das er letztlich verloren und seine Frau gewonnen hatte. Nun drohte also die Gefangenschaft. Die Zähmung des Widerspenstigen wie in Shakespeares Stück nur umgekehrt oder ähnlich wie im Film mit Adriano Celentano und Ornella Muti, das ich als Kind so geliebt hatte.

Es klingt irgendwie lustig. Aber, verhielt es sich nicht im wirklichen Leben genau umgekehrt, wendete sich das Leben nicht für die Ehefrau zum Schlechteren? Statistisch gesehen leider schon, denn erstaunlicherweise sind Frauen in Ehen im Durchschnitt unglücklicher als unverheiratete Frauen. Liegt das am Mann?
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Wer wir gewesen wären, wenn…

Es sind immer zwei Menschen, die für die vergangenen Fehler in Beziehungen bezahlen: Du und dein zukünftiger Partner.

Wie ein Virus springt das Schlechte von Beziehung zu Beziehung und steckt unbemerkt die Menschen an, deren Fehler es ist, menschlich zu sein. Und dann arbeitet sich das Virus durch die Beziehung und zersetzt alles, was sich ihm in den Weg stellt. Bereits verletzte Menschen scheint es besonders schwer zu treffen.
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