Einen Aufreger mit Morgenverkehr zum Wachwerden, bitte!

Bielefeld an einem beliebigen Werktag. Aus einem unruhigen Schlaf wachte ich viel zu früh auf, während mein Wecker noch ahnungslos schlummerte. Ich ließ ihn weiterschlafen, denn der konnte nichts dafür. Er hat auch keine andere Wahl, wenn ich ihn abends stelle (hatte ich denn eine?).

Manchmal, dachte ich mir, will der Wecker mich doch nur mit seinen verzweifelten Schreien vor den Gefahren des Tages warnen. Aber ich hörte nicht auf ihn und lief schlaftrunken durch den lauernden Morgen mit Verkehr. “Einen Aufreger mit Morgenverkehr zum Wachwerden, bitte!” weiterlesen


Eine kleine Hoffnung mit großer Enttäuschung, bitte!

Wie jede unerfüllte Hoffnung endete meine als Enttäuschung und verblasste am Ende zu einer ernüchternden Realität, die schmerzhaft für mich war.

Die Hoffnung erinnerte mich an einen Anglerfisch, auf dessen Kopf ein Köder wunderschön wie ein Irrlicht leuchtete und die Sinne blendete. Das dicke Ende kam zum Schluss. An meiner hing noch eine weitere Überraschung: eine unerwartete Wendung. “Eine kleine Hoffnung mit großer Enttäuschung, bitte!” weiterlesen

Deformierte Flaschen oder der Kampf gegen die Maschinen

In düsteren Zukunftsvisionen werden Menschen von superintelligenten Maschinen versklavt oder kämpfen gegen sie. Das klingt viel spektakulärer als die Wirklichkeit, denn die Zukunft, die ist schon heute und viel banaler. Vor stupiden Maschinen reihen wir uns ein und unterwerfen uns freiwillig ihrem Diktat, die auf deterministischer Programmierung beruhen und keine Abweichung tolerieren. Wir bringen ihnen Opfergaben und unsere gute Laune und wertvolle Zeit sind ein Teil des Opfers. Wir dienen anstatt selbst bedient zu werden. So stand ich vor einem Getränkeautomaten und warf eine leere Plastikpfandflasche in dessen Schlund.
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9 Uhr 40, die Verunsicherung meines Passwortes


„In 3 Millionen Jahren läuft Ihr Passwort ab. Möchten Sie es nicht jetzt schon ändern?“

Möchte mich das System informieren oder mir drohen oder handelt es sich um eine therapeutische Maßnahme? In meinen gelassenen Momenten stelle ich ihm eine kecke Gegenfrage: „Ihr Leben läuft in ein paar Jahren ab, möchten Sie es denn nicht heute schon beenden.“
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Montags, um 9 Uhr 47, der Preis eines Frühstücks

2 Euro 65 sammelten sich in Form eines eigensinnigen Frühstücks auf meinem Tablett, während Menschen unbeachtet am Fenster vorbeiliefen.

Ich saß in der Back-Factory, weil der Buchladen Thalia erst um 10 Uhr öffnete (was ich bis zu diesem Morgen nicht wusste). Statt mit dem Essen zu beginnen, schaute ich immer noch ungläubig auf mein soeben erworbenes Arrangement aus belegtem Brötchen mit Ei, einer Quarktasche und einem Kaffee. Wie kann das so unfassbar günstig sein, fragte ich mich, denn sonst kostete mich alleine mein morgendlicher Kaffee fast so viel. Auf diesen Gedanken folgte der übliche Reflex: Dann schmeckt es nicht.

Gedankenversunken rührte ich den Kaffee um, während ich in diesem kleinen Kosmos aus pulverisiertem Zucker und Milch nach einer Antwort suchte als plötzlich eine grässliche Männerstimme eine „fette Kuh“ gegen die Scheibe schmetterte.
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