How-To für angehende Multimillionäre

Neulich im Club für Multimillionäre. Auf dem gediegenen Tischen lag eine Zeitschrift aus. Funkelndes Bling-Bling mit verstörend grellen Personen auf dem Cover, die Ich bin stinkreich! Aber mit Bodenhaftung auszuschreien schienen. Ich blätterte darin, was sollte ich sonst tun. In dieser Bude konnte ich mir nichts leisten außer dieser Vorstellung. Irgendwann stieß ich auf ein seltsames Interview. Darin wurde dem Leser nicht weniger als der Schlüssel zu sagenhaftem Erfolg versprochen, quasi eine idiotensichere Anleitung zum Reichwerden.

Ich wusste, Millionär werde ich nicht, warum sollte ich daher nicht diesen Schritt überspringen und gleich auf das nächsthöhere Level zum Multimillionär gehen?
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Lektionen in Demut

»Das Leben ist eine langanhaltende Lektion in Demut.«
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Blick von der Terrasse des AdLib Clubs auf die Frankfurter Skyline mit untergehender Sonne. Beeindruckend. Man weiß nie, wohin der Blick in die Ferne führt. Manchmal so weit, dass man in sich selbst hineinblickt. Manchmal nur auf das Abbild auf dem Display seines Smartphones. (An dieser Stelle frage ich mich immer, was Max Frisch aus »Homo Faber« gemacht hätte, wenn er Menschen mit Smartphones erlebt hätte.)

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Lass dich nicht anstecken

Das mit den Vorurteilen ist so eine Sache. Ich selbst habe keine, denn als Ausländer mit Migrationsvordergrund kann ich sie mir nicht leisten – wo kämen wir sonst hin.

So früh am Morgen sind die Fahrten viel entspannter. Normalerweise. Also fuhr ich viel zu früh am Morgen des Mittwochs dieser Woche zur Arbeit – genauer, zu meinem Kunden. Der Mittwoch, das ist der Tag in der Wochenmitte ab dem die Arbeitstage und Stunden abnehmen. Daher war ich fast schon gut gelaunt. Diese gute Laune verbarg sich jedoch tief in mir, sprich, sie schlummerte noch. Meinem Gesicht erging es nicht anders. Es wusste noch nichts von dieser bevorstehenden Laune und hätte es davon gewusst, wäre es trotzdem zu müde, irgendeine Form von Laune darzustellen.

In diesem Guten-Morgen-Gesicht starrten meine beiden Augen auf die Schnellstraße und folgten dem morgendlichen Spiel zwischen den Blättern der herumstehenden Bäume von Licht und Schatten auf dem Asphalt. Der Tag war also auch nicht so richtig wach.

Doch am Rande braute sich etwas zusammen. An der Peripherie meines Blickes weckte ein kleiner, weißer Wagen im Rückspiegel meine Aufmerksamkeit.
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