Nachwehen meines kritischen Facebook-Artikels

Montag, 11.03.19. Bielefeld.

Gestern heulte der Wind mahnend in den Häuserschluchten auf. Und heute wirbelte er überraschende Schneeflocken um mein Bürofenster, um dann mit dem Regen zu tanzen. Allein das Donnerwetter fehlte.

Nur Nachwehen, die gab es zu meinem Artikel »Möchten Sie Facebook wirklich löschen?«. Auf Facebook kommentierte jemand den Artikel. Darin werden zwei nachdenkenswerte Punkte angesprochen, die ich hier aufgreifen werde. Hier der Kommentar (unverändert):

T.L.: Irgendwie dämlich, dass Du diesen Artikel gerade auf Facebook teilst. Dadurch wirst Du für mich unglaubwürdig. Du schreibst zwar:
„Ich benutzte Facebook ausschließlich, um meinen Blog zu promoten. Die Reichweite von Facebook ist beeindruckend!!! Dafür eignet es sich hervorragend.“
Wenn aber alle so denken, dann ist diese Option auch bald Geschichte. Und insgeheim ärgere ich mich gerade, dass ich Deinen Artikel überhaupt gelesen habe, aber das ist ja meine eigene Schuld.

T.L. findet mich unglaubwürdig, weil ich meinen Facebook-kritischen Artikel auf Facebook teile. Zum anderen kritisiert er meinen Umgang mit Facebook, weil mein Verhalten seiner Ansicht nach Facebook »schaden« könnte (meine Interpretation seines letzten Absatzes).

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Möchten Sie Facebook wirklich löschen?

Interessiert es dich, dass ■■■■■■■■ sich am Sack Reis gekratzt hat, während er umfiel? Oder dass ■■■■■■■ in der Nase purpelt, allerdings nur im linken Nasenloch? Oder dass Fönfris■■■0815 deine Haare gefallen? Oder wieso du einen Freundschaftsvorschlag von »GeileS■■■■■■■69« hast, weil du dir nicht erklären kannst, welchen Zusammenhang der Facebook-Algorithmus zwischen ihr und dir gefunden hat?

Letzte Anmeldung auf Facebook

Nein? Mich auch nicht.

Facebook ist wie ein kleines, quengelndes Kind, dass immer lauter schreit, je weniger Aufmerksamkeit es bekommt. Und je länger ich nicht auf Facebook bin, desto absurder erscheinen mir dessen Mitteilungen (Notifications). Es scheint, als versuche Facebook mich mit allen Mitteln auf die blaue Seite ziehen zu wollen. Je verzweifelter es wird, so scheint es, desto mehr und sinnbefreiter werden Facebooks Mitteilungen.

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Mein seltsames Verhältnis zu Urlaub

Mittwoch, 06.03.19. Bielefeld.

Ich bin wieder kurz nach 5 Uhr wach. Früh aufzuwachen ist keine Kunst. Ja, mein Schlafrhythmus ist ein wenig seltsam, fern von »Gewöhnungsbedürftig«: Ein paar Tage schlecht schlafen, um dann an einem Tag auszuschlafen. Daher beneide ich Menschen, die lange schlafen können.

Natürlich habe ich mir Gedanken gemacht, woher dieser kurze Schlaf bzw. das frühe Aufwachen kommt und habe dazu verschiedene Theorien. Eine davon geht so: Ich vermute einen Zusammenhang zwischen meinem Schlaf und meiner Arbeit.

Nicht, dass mir die Arbeit den Schlaf raubt, nein, aktuell ist die Situation entspannt, zu entspannt, also fast schon unentspannt entspannt – ich brauche (ein wenig) Anspannung, intensive Arbeit! Drama, Baby, Drama!

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Retrospektive

Montag, 04.03.19, Gütersloh.

Stürmische Nässe prasselt an mein Bürofenster. Dieses dramatische Schauspiel steht im krassen Widerspruch zu der gähnenden Langweile vor dem Bildschirm.

***

Rückblende Wochenende. Mein fast dreijähriger Neffe hängt an einer unsichtbaren und schier unerschöpflichen Energiequelle. Meinem Argument, dass er durch seine Aktivitäten den CO2-Ausstoß unnötig erhöht und damit zur Erderwärmung beiträgt, überzeugt ihn nicht. Also muss ich mir etwas anderes einfallen lassen, denn meine Akkus sind leer bzw. befinden sich noch im Aufbau.

Ich greife zu dem gelben Plastikkoffer mit dem Sichtfenster, in dem sich das Biene Maja Würfelpuzzle befindet. Leere sie und klappe sie dann wie ein Notebook auf.

»Lass uns fernsehen!«

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Wie ein Hörbuch mein Leben rettet

Donnerstag, 28.02.19. Auf der Fahrt nach Willingen irgendwo vor Brilon.

Wieder viel zu früh wach und doch kein Grund zum Jammern. Draußen angenehmes Wetter. Drinnen im Auto läuft das Hörbuch »10 Milliarden« (Amazon Werbelink) von Stephen Emmott. Informativ und stellenweise überraschend, auch wenn man es schon glaubte zu kennen. Die Mengen an Wasser beispielsweise, die zur Herstellung von »einfachen Dingen« wie Burger verschwenden werden, ist atemberaubend – es sind 3.000 Liter.

Während ich einem Argument nach dem anderen folge, frage ich mich, ob dem Autor klar ist, dass er selbst genügend Gründe nennt, warum die Menschheit niemals auf 10 Milliarden anwachsen wird. Folgt man dem Buch, dann wird weit vor dem Ende dieses Jahrhunderts – also dem Punkt, an dem die Menschheit die 10 Milliarden Marke erreichen soll – das Ökosystem Erde an irgendeinem Punkt kippen und nicht mehr genügend Nahrung (u.a. Wasser) zur Verfügung stellen.

Als der Gedanke verblasst und neue Worte zu mir durchdringen, sehe ich vor mir diese weiße Rückwand eines LKWs, dem ich schon zu lange folge. Ich schaue nach links, sehe eine leere, linke Überholspur. Ich könnte doch rüberziehen und kurzerhand den LKW überholen?

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