Brot kann schimmeln

Heute Morgen beim Frühstück:
Das Brot mit einem Fluch belegen.
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Ein verführerischer Duft kitzelte meine Nase. Die Sonnenblumenkerne lächelten mich bereits an, während ich die vorgeschnittene Scheibe Vollkornbrot aus dem Beutel zog. Seit dem ich intervallfaste esse ich nach 17 Uhr nichts mehr, seitdem knistert es zwischen meinem Frühstück und mir und das liegt nicht an der Folie. Heute nur überraschte mich das Haltbarkeitsdatum vom 17.06.2018 – es lag also knapp eine Woche in der Vergangenheit.
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Wie man das Denkkorsett von Bedenkenträgern aufschnürt

Mein Kunde ruft mich an, genauer gesagt, der Mitarbeiter meines Kunden. Er möchte unsere kleine Lösung einem kleinen Kreis von ausgewählten Kollegen vorstellen. Darauf freut er sich, denn er ist ein bisschen stolz auf das Ergebnis – und ich ebenso.

Wir beide haben über mehrere Tage und Wochen immer wieder an der Anwendung, für die er verantwortlich ist und die ich konzipiert und entwickelt habe, gearbeitet. Wir schauten uns regelmäßig die Teilergebnisse an. Dachten über weitere Funktionen nach, die dann in kleine Verbesserungen und Erweiterungen mündeten. Und bei jedem dieser Schritte fanden wir immer mehr Gefallen an dem, was wir sahen und uns ausgedacht hatten, denn es wurde besser als wir uns zuvor hätten vorstellen können.
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Wochenrückblick 24|2018 – Ein junger Mann in einem alternden Körper

»Du willst doch nur mit mir schlafen!«
»Ich bin so müde, ich würde auch ohne dich schlafen.«
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Donnerstag. Ich stehe sehr früh auf, um ein wenig mehr beim Kunden zu arbeiten, bevor mein Kollege und ich zum Team Meeting unserer Firma in Berlin aufbrechen. Dann fahren wir erst von Gütersloh nach Bielefeld, meinen Wagen abstellen. Anschließend Weiterfahrt nach Hannover, um einen weiteren Kollegen abzuholen.

Berlin is calling. Fünf Stunden Fahrt im Luxusauto bei Hitze. Aber mein Körper ist nicht für Luxus gebaut. Und so erkennt das Auto mich als Fremdkörper. Die Klimaanlage wütet gegen meinen Körper. Mein Nacken versteift sich. Zum Schutz umspannt ein feines Netz aus roten Äderchen meine Augen. So also fühlt sich Essen im Dampfgarer an: außen kühl, während es innen hart gart.

Das alles wäre gar nicht so schlimm gewesen, hätte ich nicht zu wenig getrunken. Und dennoch war mein Weg mit Hoffnung gepflastert – denn abends gingen wir mit den Kollegen essen. Aber wie sagte einst ein weiser Mann: Hoffnung ist ein Ort in Sehnsucht gleich links neben den Träumen. Denn so lecker das Essen auch in dem gemütlichen Berliner-Restaurant war, das Personal schien einem reservierten Ansturm von über 50 Beratern nicht gewachsen zu sein.
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Auf der Heimfahrt

An beiden Rändern der Berliner Straße reihen sich Bäume zu einer schönen Allee auf. Dazwischen stehlen sich Sonnenstrahlen hindurch und bilden auf der Straße kleine Pfützen aus Licht. Ich bin auf der Heimfahrt von Gütersloh in Richtung Bielefeld-Brackwede als ich zwischen diesen versprengten Lichtern eine Frau mit Kinderwagen und einem Grundschuldkind sehe. Sie steht dort auf der Gegenseite mitten im Nichts wie angewurzelt und wartet auf eine Gelegenheit, die Straße zu überqueren. Die Straße, auf der 70km/h gefahren wird und auf der zu diesem Zeitpunkt starker Feierabendverkehr herrscht.
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