Burnout mit WhatsApp

Entspannt sitzt Hagen Rether bei Freunden am Tisch als deren 14/15-jähriger Sohn mit dicken Ringen unter den Augen hereinkommt und für Erstaunen und Entsetzen sorgt. Der junge Mann hatte einen Fehler begangen: Während seines Sports hatte er »für zwei Stunden sein Smartphone ausgehabt. Jetzt hat er es wieder angemacht und hat 250 WhatsApp Mails.«

Allein vom Zuhören war Hagen Rether fertig. “Burnout mit WhatsApp” weiterlesen

Gedanken an den Enden herabhängender Augen

Einige Gedanken blieben in meinem Kopf unnötig lange und blähten sich zu Problemen auf. Es wäre für mich akzeptabel gewesen, wenn sie damit keinen Raum für andere, lästige Gedanken ließen. Doch wenn es um ungewollte Gedanken ging, dann schien das menschliche Gehirn grenzenlos zu sein.

Ich war schon einen Level weiter und machte mir Gedanken über meine Gedanken, anstatt etwas dagegen zu tun. Aber vielleicht war das die Art von Denken, mit der man sich selbst gefangen nahm, indem man sich in einer selbst erdachten Endlosschleife verfing und aus der man ohne Hilfe oder Zufall nicht herauskam.

Mit vollem Kopf und verschlossenem Gesicht – denn solche Gedanken nahmen mich völlig in Beschlag – eilte ich über den Gang, als plötzlich jemand vor mir auftauchte und meinen Weg versperrte. “Gedanken an den Enden herabhängender Augen” weiterlesen

Geblitzdingst mit zu schnell

Wenn in dunkler Nacht ein Licht plötzlich deinen Weg hell erleuchtet, dann verwandelst du dich wieder zu einem weisen Menschen, einem sehr verärgerten weisen Menschen. Mit unnötigen Erkenntnissen und Vorwürfen von gestern, die aufgeschreckt durch deinen Kopf geistern und dort nur Blödsinn anrichten statt zu helfen.

Ich wachte an einem müden Tag auf und fand mich als Blödmann wieder. Aber zu diesem Zeitpunkt wusste ich es nicht. Es geschah genau zwischen 5 und 6 Uhr mit dem Hang zur vier. Es war an einem trüben Heute.

Der Morgentau hatte meinen Wagen beschlagen. Müde fuhr ich los. Und die Straßen waren leer, weil es Freitag war (oder zu früh). Nur der Nebel kroch am Boden und konnte sich nicht hoch berappen.

Auf dem Ostwestfalendamm. Niemand war im Weg (wo sind die anderen, wenn man Schuldige braucht?!). Auf der Strecke, bei der sich Tag für Tag eine unerwünschte Routine eingeschlichen hatte, kämpfte ich mich voran. Heute gegen imaginäre Gegner, sonst andere Autos, die immer zu dicht gedrängt mit ansteckender Hektik fahren (oder doch nur gegen mich? Nein, ich hatte gelernt). Immer auf der Suche nach der nächsten vielversprechenden Lücke. “Geblitzdingst mit zu schnell” weiterlesen