Eine kleine Hoffnung mit großer Enttäuschung, bitte!

Wie jede unerfüllte Hoffnung endete meine als Enttäuschung und verblasste am Ende zu einer ernüchternden Realität, die schmerzhaft für mich war.

Die Hoffnung erinnerte mich an einen Anglerfisch, auf dessen Kopf ein Köder wunderschön wie ein Irrlicht leuchtete und die Sinne blendete. Das dicke Ende kam zum Schluss. An meiner hing noch eine weitere Überraschung: eine unerwartete Wendung. „Eine kleine Hoffnung mit großer Enttäuschung, bitte!“ weiterlesen


Spieglein, Spieglein oder Mein kaputter Zauberspiegel

Heute Morgen zerknittert aufgewacht und mutig in den Spiegel geblickt. Darin auf meiner rechten Wange die sanften Küsse meines Kissens entdeckt. Ich zog die Enden meines Mundes zu einem Lächeln hoch. Fühlte sich schwerer an als Klimmzüge. Die Bettdecke lachte im Hintergrund, als wollte sie sagen, ich hätte mehr Falten als sie. Ich schüttelte sie durch. Dann ging ich ins Bad. Wieder erwartete mich ein Spiegel – für mein Aussehen hatte ich eindeutig zu viele Spiegel in der Wohnung! Und keiner funktionierte so, wie ich es wollte. „Spieglein, Spieglein oder Mein kaputter Zauberspiegel“ weiterlesen

Himmel und Hölle

Grausam verunstaltete Wesen mit herabhängenden Hautfetzen in einem qualvoll zerrissenen Gesicht auf einem abgeschlachteten Körper, der wundrot pulsierte und in verfaultem Dunkelbraun schimmerte.

Als Kind fürchtete ich mich vor der Hölle. Nicht, weil ich ein schlechter Mensch war oder Angst vor den schrecklichen Strafen hatte. Nein, ich fürchtete mich vor eben jenen Gestalten.

Und wenn ich sie sah, wusste ich, jetzt kennen sie auch mich und wissen, wo sie mich finden werden.

Dann schlichen sie sich nachts durch meine Gedanken hindurch in mein Zimmer und lauerten auf mich. Ich zog die dünne Decke über meinen Kopf und versuchte, meine Gedanken auf etwas anderes zu lenken.

Jetzt bin ich erwachsen. „Himmel und Hölle“ weiterlesen

Wie ich durch Langsamkeit unerwartet mehr Zeit gewann

Schneller, immer schneller. In atemberaubender Geschwindigkeit schoss ich die Kasseler Berge steil hinauf und hinunter durch die Kurven wie ein Wagen in der Achterbahn. Ich raste so schnell, dass sich mein Hintern vom Sitz löste und ich für eine Sekunde in der Luft schwebte, als mein Auto ins Gefälle hinabfuhr.

Ich fuhr immer am Äußersten, an der Grenze des Erlaubten und Körperlichen. Immer im Wettlauf mit der Zeit. Ich fuhr, als wäre ich einer der Bauern aus alten Gruselfilmen, der auf der Flucht vor blutsaugenden Untoten war und vor Sonnenuntergang zu Hause sein musste – bis etwas passierte.
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