Wie küssen Fische?

Es war einmal vor langer Zeit in einer Disco in Detmold.

Mann! Ich weiß nicht, wie lange ich hypnotisch auf diesen mit grünlichem Wasser befüllten Aquarium starre, in dem alles steht, als mir wieder einfällt, dass diese Dame noch an meinen Lippen hängt.  Küssten wir uns noch oder war das eine Mund-zu-Mund-Beatmung? Es erinnert mich an – Mund auf, Mund zu, dann wieder mechanisch: Mund auf, Mund zu – an einen… Fisch!

Im Aquarium schwimmen keine Fische. Beeindruckend was man in den falschesten Momenten an sinnlosen Details wahrnimmt.

»Du kannst überhaupt nicht küssen!«

Blub, blub.

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Nachwehen meines kritischen Facebook-Artikels

Montag, 11.03.19. Bielefeld.

Gestern heulte der Wind mahnend in den Häuserschluchten auf. Und heute wirbelte er überraschende Schneeflocken um mein Bürofenster, um dann mit dem Regen zu tanzen. Allein das Donnerwetter fehlte.

Nur Nachwehen, die gab es zu meinem Artikel »Möchten Sie Facebook wirklich löschen?«. Auf Facebook kommentierte jemand den Artikel. Darin werden zwei nachdenkenswerte Punkte angesprochen, die ich hier aufgreifen werde. Hier der Kommentar (unverändert):

T.L.: Irgendwie dämlich, dass Du diesen Artikel gerade auf Facebook teilst. Dadurch wirst Du für mich unglaubwürdig. Du schreibst zwar:
„Ich benutzte Facebook ausschließlich, um meinen Blog zu promoten. Die Reichweite von Facebook ist beeindruckend!!! Dafür eignet es sich hervorragend.“
Wenn aber alle so denken, dann ist diese Option auch bald Geschichte. Und insgeheim ärgere ich mich gerade, dass ich Deinen Artikel überhaupt gelesen habe, aber das ist ja meine eigene Schuld.

T.L. findet mich unglaubwürdig, weil ich meinen Facebook-kritischen Artikel auf Facebook teile. Zum anderen kritisiert er meinen Umgang mit Facebook, weil mein Verhalten seiner Ansicht nach Facebook »schaden« könnte (meine Interpretation seines letzten Absatzes).

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Möchten Sie Facebook wirklich löschen?

Interessiert es dich, dass ■■■■■■■■ sich am Sack Reis gekratzt hat, während er umfiel? Oder dass ■■■■■■■ in der Nase purpelt, allerdings nur im linken Nasenloch? Oder dass Fönfris■■■0815 deine Haare gefallen? Oder wieso du einen Freundschaftsvorschlag von »GeileS■■■■■■■69« hast, weil du dir nicht erklären kannst, welchen Zusammenhang der Facebook-Algorithmus zwischen ihr und dir gefunden hat?

Letzte Anmeldung auf Facebook

Nein? Mich auch nicht.

Facebook ist wie ein kleines, quengelndes Kind, dass immer lauter schreit, je weniger Aufmerksamkeit es bekommt. Und je länger ich nicht auf Facebook bin, desto absurder erscheinen mir dessen Mitteilungen (Notifications). Es scheint, als versuche Facebook mich mit allen Mitteln auf die blaue Seite ziehen zu wollen. Je verzweifelter es wird, so scheint es, desto mehr und sinnbefreiter werden Facebooks Mitteilungen.

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Angepisst

Mittwoch, 27.02.19. Gütersloh.

Eigentlich gehöre ich nicht auf die Verteilerliste dieser Email. Aber ich weiß, wieso ich auf ihr gelandet bin und daher diese unschöne Mail heute Morgen in meinem Postfach auftaucht.

Ich leitete meinen Beraterkollegen meine Mail weiter, damit er die Informationen daraus für seine Anfrage bei den Systemadmins nutzen konnte. Das tat er auch, lies jedoch meine komplette Mail darin. So entnahm der Admin alle seiner Ansicht relevanten Teilnehmer aus beiden Teilen der gestern bei ihm eingetrudelten Mail. Setzte damit eine Mail auf, in der er neben seinem Hauptanliegen eine weitere Botschaft kodierte aus jeder Empfänger schnörkellos herauslesen kann, wie angepisst er ist.

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Auf eine Reise gehen

Freitag, 22.02.19. Bielefeld.

»Hallo Herr …, wie geht es ihnen?« Ich grüße den Rentner.

»Hallo«, er lächelt und schaut freundlich wie immer und doch ist da ein Zögern, »Herr Civelek«.

Die Worte gehen ihm schwer von den Lippen und fast droht seine Stimme zu kippen.

Dann schweigen wir uns an.

Nicht sehr lange, doch lang genug, um die Traurigkeit dahinter zu entdecken. Ich habe das Gefühl, er möchte mir etwas sagen.

Und dann wird es mir bewusst.

»Ihre Mutter ist verstorben?!«

Die Plötzlichkeit, mit der ich diese Worte ausspreche, überrascht mich selbst.

»Ja.«

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