Stell dich nicht so an!

Im Leben treffen wir viele Entscheidungen. Eines der wichtigen handelt vom Anstellen an der richtigen Kasse im Supermarkt. Denn schnell stellst du dich falsch an und wartest verärgert, während die Menschen um dich herum an all den anderen Kassen an dir vorbeirauschen.

Dann schielst du verstohlen an die benachbarte Kasse, während sich unbehagliche Fragen in deinem Kopf formen.

Soll ich an die andere Kasse oder hier bleiben?
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Ausländer nehmen uns weg

Der Mann drängte sich einfach vor mich an die Vitrine mit den verschiedenen Leckereien. Ihm schien es egal zu sein, dass andere Menschen um ihn herum standen und auch warteten. Ich ließ mich davon nicht ärgern. Ich hatte gelernt, dass ich die meisten Kämpfe gewann, wenn ich ihnen aus dem Weg ging. Außerdem war genug für alle da und dazu ging ich viel zu gerne in die Back-Factory, deren Preise mich noch immer faszinierten und wo ich immer wieder etwas erlebte, über das ich schreiben konnte. Wie auch diesen Samstag. „Ausländer nehmen uns weg“ weiterlesen

Beraubt!

radioher by proserpina

Als Jugendlicher war ich ein Ausländer und schüchtern. Ich ging ungern in Läden hinein, um zu stöbern, weil mich mit Sicherheit irgendwann eine Verkäuferin ansprach. Aber der Buchladen, das war ein Ort, den ich immer gerne aufsuchte. Meine Aufregung war dann ganz anderer Natur.

An jenem hellen Sommertag freute ich mich wieder auf den Buchladen. Ich hatte wieder ein Buch zu Ende gelesen und wollte mir jetzt ein Neues aussuchen. Mein Herz schlug bei der bevorstehenden Entdeckungsreise höher. Im Gegensatz zu allen anderen Einkäufen, die sehr zielgerichtet waren, ließ ich mir hierbei immer Zeit. Nahm jedes Buch einzeln in die Hand, wog es genussvoll, wendete es ein paar Mal hin und her. Ich atmete den Duft aus frischem Papier ein, blätterte gewollt ziellos darin und schlug dann irgendeine Seite auf. Nur diesmal kam alles anders.

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„Stinkende Türken!“

Supermarket Stinken Türken Knoblauchdiebmx via photo pin cc

Er sprach die Worte laut und sehr hart aus, als würde er mit seiner Zunge seine eigenen Vorderzähne herausschlagen und zugleich ausspucken wollen. Es klang wie eine Alliteration und rückte beide Worte näher zu aneinander und verband sie zu einer untrennbaren Einheit. Lange hatte ich dergleichen nicht mehr gehört. Erwartet hätte ich es als Schlagzeile in einer Zeitung, die sich mit geistigem Müll beschäftigt.

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