Wie man das Denkkorsett von Bedenkenträgern aufschnürt

Mein Kunde ruft mich an, genauer gesagt, der Mitarbeiter meines Kunden. Er möchte unsere kleine Lösung einem kleinen Kreis von ausgewählten Kollegen vorstellen. Darauf freut er sich, denn er ist ein bisschen stolz auf das Ergebnis – und ich ebenso.

Wir beide haben über mehrere Tage und Wochen immer wieder an der Anwendung, für die er verantwortlich ist und die ich konzipiert und entwickelt habe, gearbeitet. Wir schauten uns regelmäßig die Teilergebnisse an. Dachten über weitere Funktionen nach, die dann in kleine Verbesserungen und Erweiterungen mündeten. Und bei jedem dieser Schritte fanden wir immer mehr Gefallen an dem, was wir sahen und uns ausgedacht hatten, denn es wurde besser als wir uns zuvor hätten vorstellen können.
„Wie man das Denkkorsett von Bedenkenträgern aufschnürt“ weiterlesen

Mein Hobby als Job oder Wie ich eine außergewöhnliche Performance erreichte

Bescheidenheit ist eine Tugend, die du pflegen solltest, sobald die Menschen von deinen heldenhaften Taten gehört haben. Nur im Glanze ihrer Bewunderung solltest du dich bescheiden zeigen und immer ein wenig tiefer stapeln. Denn solches Handeln steigert, zu deiner Freude, die Bewunderung deiner Bewunderer in ungeahnte Höhen.

Aber du hast noch nichts von meinen Heldentaten gehört. Warum eigentlich nicht? Oder woher auch? Daher wäre in diesem Fall meine Bescheidenheit, also nicht darüber zu reden, völlig fehl am Platz. Auf welcher Grundlage sonst willst du mich beurteilen – vor allem meine Bescheidenheit!

Daher werde ich voller Demut und mit geneigtem Haupt dir von meiner unglaublichen Performance als Berater erzählen. Denn als ich heute wieder ein Problem bei meinem Kunden in atemberaubender Zeit löste, war ich so von mir beeindruckt, dass ich es dir erzählen muss glücklich, dass ich meine Freude darüber mit dir teilen will!
„Mein Hobby als Job oder Wie ich eine außergewöhnliche Performance erreichte“ weiterlesen

Ein Bilderrätsel oder Wie man gegeneinander interagiert

Das Universum ist voller Mysterien.
Mittendrin eine Welt voller Rätsel.
Darauf ein bunter Wollknäuel voller miteinander auf wundersame Weise kommunizierender Wesen.

Und je näher man hinein zoomt, desto verwirrender wird es.

Kein Lebewesen ist heute in der Lage, so nuanciert, facettenreich, detailliert und präzise miteinander zu kommunizieren wie der Mensch. Vor allem besitzt keine andere Spezies die göttliche Gabe, Emails zu schreiben.

Das heutige Stück handelt von einer mysteriösen Email, die eigenwillige Bahnen durch die Leben verschiedener Personen zieht und bei mir Fragen hinterlässt. Die darin agierenden Personen sind real, ebenso die Wege, die diese Email geht und nicht selten in ähnlicher Form in der Welt des Beraters auftaucht. Daher sind die darin vorkommenden Personen anonymisiert (hat nichts mit DSGVO) zu tun und die Geschichte als Bilderrätsel mit Worten gemalt.

Finde die Lösung!
„Ein Bilderrätsel oder Wie man gegeneinander interagiert“ weiterlesen

Beraten vs. Verkaufen

Alfredo ist mein Klischee des italienischen Pizzabäckers: schwarz gelocktes Haar, laut und stark gestikulierend in hochgekrempelten Ärmeln. Vielleicht inszeniert er für uns eine Show, weil er denkt, dass wir dieses südländische Temperamente von ihm erwarten. Vielleicht sehen wir auch nur das, was wir sehen wollen oder können.

Er gesellt sich wieder zu uns an den Tisch. Small Talk in gebrochenem Deutsch. Kenne ich von meinen Eltern. Er fragt uns, was wir so machen, wie der Job bei unserem Kunden läuft. Während er uns unterhält, schaut er, wie uns sein Essen schmeckt, denn das zählt für ihn.

Ich bin dabei, mir ein Stück von der vorgeschnittenen Thunfisch-Pizza mit Peperoni in die Hand zu nehmen. Ich lasse mir nämlich die Pizza vorschneiden. Als ich Alfredo das erste Mal darum bat, schaute er mich entsetzt an, als hätte ich seine Pizza vergewaltigt oder sein Restaurant entweiht.

Für ihn sind wir Berater ohnehin merkwürdige Leute, von denen er nur weiß, dass wir teuer sind und schnelle Autos fahren, aber bis heute versteht er nicht (wie meine Eltern), was zum Teufel wir da machen. Beratung? Wer zahlt für Beratung!
„Beraten vs. Verkaufen“ weiterlesen

Flexible Arbeitszeiten mit der Brille eines Beraters

Ich eile durch den Morgen, um der Kälte zu entkommen. Seitdem ich intervallfaste fühlt sich der Morgen ein wenig kälter an.

Etwas Oranges dringt durch die Morgendämmerung: Zwei Männer in Warnwesten verteilen fast schon dantesk Flugblätter mit rotem Kopf am Eingang zur Firma meines Kunden.

Der Arbeitgeber wolle wieder zurück zur 40 Stunden Woche gehen, steht darin. Begründet werde dies mit dem Fachkräftemangel. Schuld daran, kontert die Gewerkschaft, sei das Unternehmen selbst, denn sie hätte zu wenig Menschen ausgebildet. „Flexible Arbeitszeiten mit der Brille eines Beraters“ weiterlesen