Abschied von meinem Schal oder keine Haftung für die Garderobe

Samstag, 15.12.18. Bielefeld. Die Garderobe einer Diskothek ist ein wunderlicher Ort, an dem Kleidungsstücke manchmal magisch verschwinden, so ähnlich wie im Wandschrank in Narnia. Jedoch gibt es einen feinen Unterschied: das Kleidungsstück kommt von dort nie wieder zurück.

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Wohlgefällige Ex Post Betrachtungen im Weihnachtsgetümmel

Weihnachtsgetümmel bei IKEA

Die Rückleuchten der Autos spiegeln sich wie Lichter einer Weihnachtskette auf dem dunklen Lack meines Wagens. Ich stehe unvorbereitet im Stau. Ok, wann ist man je auf einen Stau vorbereitet?! In meinem Blickfeld leuchten die vier gelben Buchstaben IKEA auf. Dort will ich gar nicht hin. Eigentlich weg. Doch egal, welche Richtung ich nehmen würde, die Straßen in beide Richtung sind voll. Weihnachten scheint seinen Schatten vorauszuwerfen.

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Ich habe keine todbringende Männergrippe

Sonntag, 25.11.2018. Bielefeld. Draußen kalt und klar. Drinnen übertemperiert und wehleidig. Der Schmerz bohrt sich durch mein Gesicht. Einseitig. Meine rechte Gesichtshälfte erhitzt sich um die Wette mit meiner aufgedrehten Heizung. Der Schmerz strahlt heute zur Abwechslung von der rechten Seite aus. Sticht mit spitzer Nadel in mein rechtes Ohr. Durchbohrt auf seinem Weg meinen Oberkiefer, dass die Zähne darunter wimmern. Drückt wie ein angespannter Esslöffel hinter meinen Augapfel, als wollte es das Auge mit Gewalt herauskatapultieren, um sich dann an meiner Schläfe zu entladen. Ich glaube, ein ins Ohr gerammter Stift fühlt sich entspannter an (vielleicht hätte Van Gogh sich nicht das Ohr abschneiden müssen, sondern sich nur erkälten). Ein ekliger Schmerz einer ekligen Erkältung, der mich ganz in Beschlag nimmt.
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TRY. FAIL. REPEAT.

Mittwoch, 21.11.2018. Ich bin verstimmt wie ein Instrument und klinge nach Gejammer. Mein Körper brütet eine Anomalie in Form einer Erkältung aus. Und ein anderer flimmert auf meinem Monitor.

Manchmal kann Software so gemein sein und die Liebe, die man all die Jahre in sie hineingesteckt hat, nicht erwidern.

Gut, Software wird von Menschen gemacht.

Wie auch Fehler.

Menschen sind eh an allem schuld.

So, genug verbal gerotzt und das Hirn freigepustet als wäre sie eine verstopfte Nase voller trockenem Schleims.
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Lasst mich arbeiten

»Siri! Wie spät ist es?«

Ich brülle die Frage in die Nacht hinein, obwohl mir dunkel schwant, dass es recht früh ist, denn noch immer sickert das künstliche Licht von den Laternen an der Straße dünn durch die Jalousien.

Heute bin ich wieder ohne fremde Hilfe aufgewacht. Keine rollenden Mülltonnen. Keine aufheulenden Motoren in wartenden Autos. Keine grölenden Nachtwanderer. Keine aufputschenden Schuldigen, auf die ich sauer sein könnte, und die man als Ausrede braucht?! Die waren nie da, wenn ich sie brauchte. Nur ich im Bett. Wach. Auf der Suche nach der verlorenen Schlafenszeit. Wie viel Zeit habe ich verloren?
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