Ich, mein Köper und das Bett

Donnerstag, 21.03.19. Bielefeld.

Ich habe Probleme im Bett.

Ich wache zu früh auf, meistens so gegen 5 Uhr, und daran scheint nichts etwas ändern zu können. Daher versuchte ich, meinen Körper zu überlisten und ging gestern früher ins Bett. Es war vor 22 Uhr. Ich dachte an entspanntes Zu-Bett-Gehen, in Ruhe ein Buch lesen und ein wenig in Gedanken den Tag Revue passieren. Das klang so wundervoll! Doch kaum lag ich im Bett, schlief ich ein und wache mitten in der Nacht auf. So ein Mist!

Ich greife nach dem Smartphone, um mir Gewissheit zu verschaffen und ein gnadenloses 3:38 leuchtet kalt auf dem Display auf. Zu früh, um aufzustehen, zu spät, um weiterzuschlafen. Dennoch drehe ich mich zur Seite und versuche, weiter zu schlafen. Es gelingt mir nach einer gefühlten Ewigkeit, aber da meldet sich auch schon mein Smartphone. Ich wache auf wie besoffen und der Morgen fühlt sich zum Kotzen an.

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Über das wir nicht schreiben

Donnerstag, 14.03.19. Bielefeld.

Heute wieder »Manhunt: Unabomber« auf Netflix weitergeschaut. In der Miniserie geht es unter anderem um den FBI Agenten Jim Fitzgerald, der anhand der Texte des Unabombers mittels forensischer Linguistik ein Profil von ihm erstellt. In Folge 5 der 1sten Staffel fragt sich Jim Fitzgerald sinngemäß:

Was sagt das über ihn aus, worüber er nicht schreibt?

Die Frage fand ich sehr interessant, so dass sich sie mir notierte. Ich mache mir überall und jederzeit Notizen, die kaum das Licht der Online-Welt erblicken, aber dieser eine Satz hat es geschafft.

Stell dir doch mal vor: Was für ein Bild hat jemand von dir, wenn er oder sie alles von dir liest?

Seit genau neun Jahren schreibe ich schon Artikel in meinem Blog.

Was also würde jemand über mich denken, der alle meine Artikel hintereinander liest?

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Mein seltsames Verhältnis zu Urlaub

Mittwoch, 06.03.19. Bielefeld.

Ich bin wieder kurz nach 5 Uhr wach. Früh aufzuwachen ist keine Kunst. Ja, mein Schlafrhythmus ist ein wenig seltsam, fern von »Gewöhnungsbedürftig«: Ein paar Tage schlecht schlafen, um dann an einem Tag auszuschlafen. Daher beneide ich Menschen, die lange schlafen können.

Natürlich habe ich mir Gedanken gemacht, woher dieser kurze Schlaf bzw. das frühe Aufwachen kommt und habe dazu verschiedene Theorien. Eine davon geht so: Ich vermute einen Zusammenhang zwischen meinem Schlaf und meiner Arbeit.

Nicht, dass mir die Arbeit den Schlaf raubt, nein, aktuell ist die Situation entspannt, zu entspannt, also fast schon unentspannt entspannt – ich brauche (ein wenig) Anspannung, intensive Arbeit! Drama, Baby, Drama!

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Retrospektive

Montag, 04.03.19, Gütersloh.

Stürmische Nässe prasselt an mein Bürofenster. Dieses dramatische Schauspiel steht im krassen Widerspruch zu der gähnenden Langweile vor dem Bildschirm.

***

Rückblende Wochenende. Mein fast dreijähriger Neffe hängt an einer unsichtbaren und schier unerschöpflichen Energiequelle. Meinem Argument, dass er durch seine Aktivitäten den CO2-Ausstoß unnötig erhöht und damit zur Erderwärmung beiträgt, überzeugt ihn nicht. Also muss ich mir etwas anderes einfallen lassen, denn meine Akkus sind leer bzw. befinden sich noch im Aufbau.

Ich greife zu dem gelben Plastikkoffer mit dem Sichtfenster, in dem sich das Biene Maja Würfelpuzzle befindet. Leere sie und klappe sie dann wie ein Notebook auf.

»Lass uns fernsehen!«

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Wie ein Hörbuch mein Leben rettet

Donnerstag, 28.02.19. Auf der Fahrt nach Willingen irgendwo vor Brilon.

Wieder viel zu früh wach und doch kein Grund zum Jammern. Draußen angenehmes Wetter. Drinnen im Auto läuft das Hörbuch »10 Milliarden« (Amazon Werbelink) von Stephen Emmott. Informativ und stellenweise überraschend, auch wenn man es schon glaubte zu kennen. Die Mengen an Wasser beispielsweise, die zur Herstellung von »einfachen Dingen« wie Burger verschwenden werden, ist atemberaubend – es sind 3.000 Liter.

Während ich einem Argument nach dem anderen folge, frage ich mich, ob dem Autor klar ist, dass er selbst genügend Gründe nennt, warum die Menschheit niemals auf 10 Milliarden anwachsen wird. Folgt man dem Buch, dann wird weit vor dem Ende dieses Jahrhunderts – also dem Punkt, an dem die Menschheit die 10 Milliarden Marke erreichen soll – das Ökosystem Erde an irgendeinem Punkt kippen und nicht mehr genügend Nahrung (u.a. Wasser) zur Verfügung stellen.

Als der Gedanke verblasst und neue Worte zu mir durchdringen, sehe ich vor mir diese weiße Rückwand eines LKWs, dem ich schon zu lange folge. Ich schaue nach links, sehe eine leere, linke Überholspur. Ich könnte doch rüberziehen und kurzerhand den LKW überholen?

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