Mr. Präsident und sein Überraschungsei

Als Trump eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in einem fremden Raum als weltgrößter Präsident wieder. Es musste ein Irrtum sein oder seine Augen täuschten ihn. Er rubbelte sich die Augen, um die Tropfen der Nacht aus seinem verklärten Blick zu wringen, als seien seine Lider zwei nasse Lappen.

Er spürte die harte Stuhllehne am Rücken, als er seinen Kopf ein wenig hob. Das grelle Licht an der Decke flimmerte hilflos. Das ging zu weit nach oben. Aber zu weit oben, das war der Ort, wo ein Mann wie er hingehörte. Nur – er blinzelte den Schlaf noch immer aus den Augen und suchte nach Antworten. Doch davor musste er sich die Fragen auf diese Antworten ausdenken. Aber bevor ihm gelang, sich zu fragen, wie zum Teufel er hierher kam und warum, fiel sein Blick auf das kleine, verspielte Ei mitten auf dem glatten, sterilen Tisch vor dem er saß.

Was für ein komisches Ei, dachte er sich, und dann noch nur ein einziges Ei und das noch zum Frühstück! Wo waren der Speck, die Cornflakes, der Big Mac oder die Pommes?

»Wir haben ein Überraschungsei für Sie.«

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Bad Stories

Samstag, 29.12.18. Bielefeld.

Am Grad der Zerstreutheit bemisst man das Maß an Intelligenz – und was soll ich sagen, ich bin un-glaub-lich intelligent zerstreut! Ich kann es beweisen, wozu habe ich sonst einen Blog. Da wäre mein Kampf mit der Duschkabine in einem Hotel im wunderschönen Barcelona. Oder mein widerspenstiger Wasserhahn. Oder heute, wie es der Zufall will ebenfalls im Bad, wo ich mich rasiere und den cremigen, weißen Schaum in meiner linken Hand gedankenverloren aufschlage und mir ins Gesicht schmieren möchte.

Während meine Hand im Autopilot mein Gesicht ansteuert, erreichen meine Nase unerwartete Gerüche, die meine ausschweifenden Gedanken wie aus dem Jenseits ins Hier und Jetzt holen. Phenoxyethanol, Methylparaben und Parfüm mit einem Spritzer Zitrone. Der Schaum riecht nicht nur seltsam, sondern fühlt sich falsch an. Also drehe ich mein Gesicht zu meiner sich nähernden Hand und kitzle mit meiner Nasenspitze die Schaumkrone. Es ist – Schaumfestiger!

Gut, alles halb so schlimm wie das eine Mal (nicht im Ferienlager), als ich den Rasierschaum auf meine Zahnbürste sprühte. Ein besonderes Geschmackserlebnis, dennoch nicht nachahmenswert.

Ich bin so häufig in Gedanken versunken, dass ich ständig im Automodus laufe – tatsächlich springt die Maschinerie in meinem Kopf sofort an, wenn sich meine Beine bewegen. Vielleicht langweilt mich die Welt. Daher merke ich erst spät, was wirklich passiert ist. Erst vor einigen Tagen, ich hatte es eigentlich schon vergessen, ereignete sich eine »Bad Story« außerhalb (m)eines Bads. Und sie hätte für mich schlimm ausgehen können, sodass ich jetzt nicht unversehrt hier sitzen und diesen Text hätte schreiben können.

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Mein Briefkasten is(s)t plötzlich vegan

Mittwoch, 19.12.18. Bielefeld. Es klingelt an meiner Haustür. Der Paketbote! Ich freue mich schon. Da es sich um ein schweres Paket handelt, gehe ich vor die Tür, um dem Paketboten zu helfen. Als ich das große Paket entgegennehme und unterschreibe, penetriert meine Nase der Duft aus verwesendem Gras mit einem Hauch verdunstender Kacke. Das kann kein Mensch ausdünsten! Ich neige den Kopf, um meiner Nase eine Prise frischer Luft zu gönnen und etwas sticht von der Seite in mein Blickfeld: Mein Briefkasten!

Biomüll im Briefkasten

Irgendein Grünzeug ragt aus dem offenen Schlitz meines Briefkastens. Hat er Hunger bekommen oder wurde ihm kotzübel? Vielleicht handelt es sich auch um einen verwunschenen Mistelzweig? Ich weiß es nicht.

Nachdem vor sechs Tagen mein Wagen zerkratzt wurde, dann vor vier Tagen mein Schal spurlos verschwand, könnte es sich da um eine Botschaft handeln? Wenn ja, was war die Botschaft und von wem war sie?

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