Ich, mein Köper und das Bett

Donnerstag, 21.03.19. Bielefeld.

Ich habe Probleme im Bett.

Ich wache zu früh auf, meistens so gegen 5 Uhr, und daran scheint nichts etwas ändern zu können. Daher versuchte ich, meinen Körper zu überlisten und ging gestern früher ins Bett. Es war vor 22 Uhr. Ich dachte an entspanntes Zu-Bett-Gehen, in Ruhe ein Buch lesen und ein wenig in Gedanken den Tag Revue passieren. Das klang so wundervoll! Doch kaum lag ich im Bett, schlief ich ein und wache mitten in der Nacht auf. So ein Mist!

Ich greife nach dem Smartphone, um mir Gewissheit zu verschaffen und ein gnadenloses 3:38 leuchtet kalt auf dem Display auf. Zu früh, um aufzustehen, zu spät, um weiterzuschlafen. Dennoch drehe ich mich zur Seite und versuche, weiter zu schlafen. Es gelingt mir nach einer gefühlten Ewigkeit, aber da meldet sich auch schon mein Smartphone. Ich wache auf wie besoffen und der Morgen fühlt sich zum Kotzen an.

Ich bleibe noch ein paar Minuten liegen, um auszunüchtern. Frage mich, warum mein Körper so wenig schlafen will. Habe ich Stress? Bin ich unentspannt? Und gibt es Viagra fürs Bett? Morgens komme ich so schwer hoch!

Ich wünschte, ich könnte sagen, ich arbeite zu viel oder habe Stress auf der Arbeit oder am besten beides, doch das Gegenteil ist der Fall: Es ist viel zu entspannt. Ich habe sogar den nächsten Level erreicht. Letzten Monat schrieb ich darüber, über Kundenbudget ohne Aufgaben zu verfügen.

Jetzt habe ich Aufgaben, an denen ich nicht (weiter-)arbeiten kann, weil ich auf Input von anderen warten muss. Das ist schon ein sonderbares Missverhältnis von Budget zu Aufgabe zu Arbeit, das normalerweise umgekehrt vorliegt, sprich: Man hat zu viel zu tun und zu wenig Budget dafür.

So schlimm ist das heute nicht gewesen, denn ich bekomme interessante side orders wie diese hier: Es geht um das Tracken von Klicks. Wie oft wurde dieser Button in welchem Kontext geklickt?

Klingt eigentlich trivial, allerdings handelt es sich hierbei um die SAP CRM Oberflächen WebUI und WebIC (Interaction Center). Dort habe ich ein End to End Tracking Tool gebaut, der nicht nur ausgewählte Klicks protokolliert, sondern auch die Performance misst (wichtig: Es geht nicht um die Arbeitsweise bzw. Bewertung eines einzelnen Mitarbeiters!).

Somit habe ich also die Gesamtlaufzeit vom Klicken im Browser bis zum Zeitpunkt, an dem der Nutzer wieder weiterarbeiten kann (damit habe ich auch die Netzwerk- und Backend-Zeit, soweit ich weiß, hat außer mir so ein Tool niemand umgesetzt, wollte ich nur mal so erwähnen ;-).

Das Tool liefert viele Einträge, weil viele Menschen mit dem SAP CRM arbeiten. Sich diese Einträge anzuschauen ist so faszinierend wie ein Blick n einen lebenden Organismus und verführt schnell dazu, noch mehr Daten sammeln zu wollen.

Meine heutige Arbeit war also kurz und spaßig! Da ich nicht wirklich viel zu tun habe, weil auf die Zuarbeit von anderen angewiesen bin, kann ich heute sehr viel früher nach Hause. Auf der Heimfahrt lächelt mir die Sonne entgegen. Mildes fast schon sommerliches Wetter. Ich beschließe, laufen zu gehen – Joggen, auch so ein herausforderndes Thema bei mir.

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