Elementary – Vaterschaftstests anhand äußerer Merkmale

»Würden sie bitte ihre Handschuhe ausziehen? Ich würde gerne ihre Hände sehen.«

Der alte Mann und die schwangere Frau

Sherlock steht vor einem alten Mann, der rechts im Bild wie angeklagt auf einer Bank in einem lichtdurchfluteten Hangar sitzt.

Der Mann schaut sichtlich unbehaglich und fast schon resigniert zu Sherlock auf, stoßt einen Seufzer aus und zieht seine schwarzen Fliegerhandschuhe aus. Er dreht seine Handflächen nach oben, während er seine Unterarme auf seine Oberschenkel fallen lässt.

»Handflächen nach unten.«

Szenenwechsel mit ähnlichem Plot. Hier jedoch im dunklen und kargen Verhörraum der New Yorker Polizei, das den Charme einer Gefängniszelle versprüht. Eben noch Tag und jetzt eine Szene wie die Nacht.

Eine hoch schwangere Frau sitzt links im Bild am Vernehmungstisch (links, ist das nicht die schlechte, böse Seite?). Gegenüber ihr steht rechts im Bild Sherlock lässig an der Wand gelehnt. Wieder führt er das Verhör.

Fragt sie, ob sie sich die Haare zwischen den Augenbrauen entferne. Ja. Sie leide an Synophrys, das Zusammenwachsen von Augenbrauen, auch Monobraue genannt. Des Weiteren fehlten ihr Haare auf den Fingermittelgliedern und dem Handrücken.

Diese drei Merkmale, fährt Sherlock fort, werden rezessiv vererbt. Damit deuten alle drei Merkmale zusammen auf eine genetische Verwandtschaft hin. Und hier kommt Sherlock auf den alten Mann vom Anfang zurück. Dieser ist sei Vater.

Overkill

Dieser Ausschnitt ist aus der Folge »Overkill« der Serie »Elementary« (Staffel 5, Folge 7) und normalerweise hätte ich ihr keine besondere Aufmerksamkeit geschenkt, wären da nicht die unerwartet vielen Zugriffe auf meinen anderen Artikel über »Elementary« – oder dem eigentlichen Thema, der durch diese Folge eingeleitet wurde.

Dort beschrieb ich, ob man anhand der Augenfarbe auf die Vaterschaft schließen könnte. In Gegensatz dazu »widerlegt« Sherlock in diesem Fall nicht die Vaterschaft eines Verdächtigen, sondern er nutzt mehrere äußere Merkmale, um mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die Vaterschaft zu schließen.

Auflistung dominanter und rezessiver (äußerer) Merkmale

Um nicht für jedes weitere äußere Merkmal einen Artikel zu schreiben – ich bin auch kein Fan von dem Thema, wie man Vaterschaft nachweist bzw. widerlegt, denn das sollte nicht anhand von Artikeln aus dem Internet geklärt werden – führe hier so viele Merkmale auf, die ich mit einer kurzen Internetrecherche herausgefunden habe.

In der Auflistung habe ich links die dominanten und rechts die rezessiven Merkmale aufgeführt:

Diese Liste ist bestimmt nicht vollständig und an der einen oder anderen Stelle ein wenig ungenau.

Fazit

Egal, wie lang und korrekt diese Liste auch sein würde, sie wird niemals Gewissheit über die Vaterschaft geben. Es sind nur Wahrscheinlichkeiten für eine Vaterschaft basierend auf sichtbaren Merkmalen.

Mehr Sicherheit kann man anhand der Blutgruppe der Mutter, des Kindes und des Vaters erlangen. Hat das Kind eine Blutgruppe, die der vermeintliche Vater nicht hat, z.B. Kind mit Blutgruppe AB (Genotyp AB) und Vater mit Blutgruppe 0 (Genotyp 00), dann kann das Kind nicht von ihm sein (außer, es liegt irgendein Defekt vor). Damit ist dies ein Ausschlussverfahren, weil mit der Blutgruppe die Vaterschaft in bestimmten Fällen ausgeschlossen werden kann, aber nicht bewiesen.

Einen sicheren Beleg für (bzw. gegen) die Vaterschaft liefert nur ein Vaterschaftstest anhand einer DNA-Analyse!

So oder so, man sollte nicht allzu schnell ein Urteil anhand äußerer Merkmale fällen und noch weniger, damit konfrontativ gegen die Mutter des Kindes vorgehen. Stellt sich am Ende dann doch heraus, dass es sich um das eigene Kind handelt, dann hat der Mann sehr viel auf seinem zweifelhaften Weg zerstört.

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