Mr. Präsident und sein Überraschungsei

Als Trump eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in einem fremden Raum als weltgrößter Präsident wieder. Es musste ein Irrtum sein oder seine Augen täuschten ihn. Er rubbelte sich die Augen, um die Tropfen der Nacht aus seinem verklärten Blick zu wringen, als seien seine Lider zwei nasse Lappen.

Er spürte die harte Stuhllehne am Rücken, als er seinen Kopf ein wenig hob. Das grelle Licht an der Decke flimmerte hilflos. Das ging zu weit nach oben. Aber zu weit oben, das war der Ort, wo ein Mann wie er hingehörte. Nur – er blinzelte den Schlaf noch immer aus den Augen und suchte nach Antworten. Doch davor musste er sich die Fragen auf diese Antworten ausdenken. Aber bevor ihm gelang, sich zu fragen, wie zum Teufel er hierher kam und warum, fiel sein Blick auf das kleine, verspielte Ei mitten auf dem glatten, sterilen Tisch vor dem er saß.

Was für ein komisches Ei, dachte er sich, und dann noch nur ein einziges Ei und das noch zum Frühstück! Wo waren der Speck, die Cornflakes, der Big Mac oder die Pommes?

»Wir haben ein Überraschungsei für Sie.«

So überraschend war das Ei nun auch nicht für ihn, was sollte auch einen Mann wie ihn noch überraschen, zumal er das Ei ja selbstständig mit seinen eigenen Augen entdeckt hatte, bevor ihn jemand darauf hinwies.

Aber überrascht war er schon über seine neue Entdeckung: zwei finstere Männer auf der anderen Seite des Tisches. Eigentlich waren sie nur verschwommen, aber es reichte, dass sie nicht an seiner Seite – genauer, hinter ihm saßen, sondern gegenüber.

»Sie können…«

»Du kannst mich mal! Für dich immer noch Mr. Präsident!«

»Mr. Präsident«, der Mann machte eine kleine Pause und schloss für einen Moment länger seine Augen als sonst. »Sie können das Ü-Ei jetzt sofort essen und dann hier raus oder Sie warten, bis wir wiederkommen und Ihnen noch ein zweites Ei bringen.«

Mr. Präsident schaute den Mann direkt in seine entsetzten Augen. Gut so. Dabei nahm er das Ei in die Hand, um seinen Worten Gewicht zu geben, und bemerkte zu seiner Enttäuschung, wie leicht das Ei war und innen hohl. Das machte ihn wütend.

»Ich bin der Präsident und habe zwei Eier, die sind grösser! Viel GRÖSSER!«

Er hob das zwischen seinem Daumen und Zeigefinger eingeklemmte Ei hoch, während sein Blick den Mann gegenüber durchbohrte.

Alles machte ihn wütend. Der Mann, den er nicht kannte und der meinte, ihm, dem Präsidenten etwas vorschreiben zu können. Der andere Mann, der nur dumm zuschaute. Der völlig unluxuriöse Raum, bei dem ihm nur die glatte Oberfläche der Wände und des Mobiliars gefiel, weil er sich darin spiegelte. Und das Ei. Er hatte es gewackelt und es war nicht nur innen hohl. Innerhalb dieser Hohlness befand sich jedoch etwas, das seine Neugier zu wecken begann.

»Ich werde dieses Ei zu etwas Großem machen, indem ich es jetzt esse!«

Dramatische Pause, doch innerlich lachte er, denn seine Idee war großartig, wie alles, das er sagte oder tat. Und vielleicht, dachte er sich ein wenig milde von seinen eigenen wunderbaren Gedanken gestimmt, sind meine Hände so groß, dass alles darin klein wirkt.

»Du und dein Kumpel«, sagte er wütend, denn auf diese beiden Fremden war er wütend, »werden in der Zwischenzeit das andere Ei holen und es mir geben!«

»Aber…«

»Kein Aber! Ich will auch das andere Ei, nein, ich will alle Eier! Ich will ALLE Eier auf der gesamten Welt und werde diesen Raum erst verlassen, wenn ich sie alle habe.«

Der Präsident hob trotzig aber zufrieden sein Kinn, schob seine Unterlippe nach oben und verschränkte die Arme, denn er hatte den anderen eine Lektion erteilt, nein, er hatte ALLEN eine Lektion erteilt!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.