Wochenrückblick 21|2018 – DSGVO, tätowierte Mütter und Schlafmangel

Seit Freitag findet die DSGVO Anwendung, und mein Blog ist dafür fit. Yeah!

Aber vielleicht habe ich mich zu früh gefreut. Während wir Blogger uns alle nur auf das Internet konzentrierten, weist der Postillon auf die fatalen Auswirkungen des DSGVOs auf unser Privatleben hin. Es betrifft die Schwächsten der Schwachen: Menschen, die sich keine Namen und Geburtstage merken können!

Nein, es betrifft nicht uns Männer, denn mit dem Eintritt in das 20ste Lebensjahr können wir uns gar nichts mehr merken, sondern Mütter mit Tattoos!

Bevor ich ins Detail gehe – das Hauptthema meines dieswöchigen Rückblicks ist die DSGVO und deren erste Auswirkungen mit ein bisschen Zukunftsmusik.

Here we go.

Tätowierte Mütter und der Datenschutz

Dazu schreibt der Postillon:

»Schlechte Nachrichten für alle Eltern, die die Namen oder Geburtsdaten ihrer Schützlinge auf der eigenen Haut verewigt haben: Laut der neuen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union, die am 25. Mai in Kraft tritt, ist es künftig nicht mehr erlaubt, personenbezogene Daten ohne die Einwilligung ihrer Besitzer zur Schau zu stellen. Entsprechende Tattoos müssen entfernt oder verhüllt werden.«
(Quelle: Postillon, Stand 27.05.2018)

 Zurecht weist der Postillon darauf hin, dass es sich bei dem Namen und Geburtsdatum des Kindes um personenbezogene Daten handelt, die eine Einwilligung erfordern. Allerdings könne das Kind erst mit der Volljährigkeit eine rechtlich zulässige Einwilligung erteilen. Bis dahin dürften diese nicht genehmigten personenbezogenen Daten nicht in der Öffentlichkeit gezeigt werden.

Damit dürften verschleierte Frauen im Vorteil sein.

Auslöschung sämtlicher unliebsamer Daten

Das bringt mich auf eine tolle Idee. Wenn die DSGVO nicht nur die digitale Welt betrifft, sondern auch unseren Alltag, somit auch unsere sozialen Interaktionen, dann kann der Kopf den Menschen als Datenspeicher angesehen werden!

Ich könnte also einige meiner Ex-Freundinnen auffordern, die Daten, die sie während unserer Beziehung über mich gesammelt haben, herauszurücken (Datenauskunft) und auf Korrektur oder Löschung bestehen.

Oder Menschen, die mich privat oder während meines Jobs kennenlernen, bilden sich ein Urteil über mich. Dieses Urteil basiert auf Daten, die sie während unserer Interaktion über mich sammeln. Daher müssten sie mir strenggenommen vorab ihre Datenschutzerklärung vorlegen und begründen, wofür sie diese Daten benötigen. Ehrlich, ohne meine schriftliche Einverständniserklärung geht nichts!

Ich glaube, ich verlange einfach von allen eine Löschung der erfassten Daten in den Köpfen der Menschen, die mich meinen zu kennen. Genau jetzt wäre der ideale Zeitpunkt für diese Blitzdings von Men in Black.

Mal überlegen, wer alles meine Telefonnummer und Email-Adresse hat…

Facebook, Google, Instagram & WhatsApp

Ok, ich werde ein wenig ernster. Gleich mit dem Inkrafttreten der DSGVO reichte die Datenschutzorganisation Noyb Beschwerde gegen Google sowie Facebook und dessen Dienste Instagram und Whatsapp ein. Anlass dazu gaben die neuen Datenschutzbestimmungen, die Noyb als »Datenschutz à la „Friss oder Stirb“« bezeichnet, denn nur wer der neuen Datenverarbeitung vollständig zustimme, dürfe den Dienst auch weiter nutzen (quasi ein Zwang).

Facebookprofil fxhakan
Meine Zustimmung zu den neuen Datenschutzbestimmungen auf Facebook

Bei Facebook habe ich allem zugestimmt und direkt danach über die Einstellungen die Gesichtserkennung, Werbung etc. abgeschaltet (Details findest du hier bei t3n). Daher weiß ich nicht, welche Aussichten auf Erfolg diese Initiative der Organisation haben wird.

Profiteure der neuen DSGVO und die Schattenseite

Unter anderem wegen dieses sofortigen Abnickens bzw. der Zwangszustimmung sehen GoogleWatchBlog und WELT die Unternehmen Amazon, Facebook und Google als die größten Profiteure der neuen Datenschutzordnung.

Die WELT weist noch auf einen weiteren Aspekt hin. Unter der Seite https://takeout.google.com/ kann jeder seine Daten, die Google über ihn gespeichert hat, herunterladen. Was, wenn mit JEDER mehr als nur die Person gemeint sein könnte als die betroffene Person selbst:

»Was wäre, wenn die Behörden, die sonst Türen eintreten, zukünftig auf diese Art von Daten zugreifen könnten? Macht auf jeden Fall weniger Lärm. Ein paar Ex-Stasi-Mitarbeiter bekommen bei dieser Vorstellung bestimmt glänzende Augen.«
(Quelle: WELT, Stand 27.05.2018)

Also, willkommen in der schönen, neuen Welt!

Mein Highlight der Woche

Schwedische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass man zu wenig Schlaf am Wochenende ausgleichen kann. Wer hätte das gedacht? Außer denen, die am Wochenende oder auch in der Woche mal länger schlafen… Gute Nacht!

photo by Tamar Waskey on Unsplash

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