Werbung nervt!

Wie sollen junge Menschen lernen, feste Bindungen aufzubauen, wenn in den emotional fesselndsten Momenten Werbung mitten im Film kommt?!

Genau, ich habe es wieder getan. Trotz besseren Wissens. Fernsehen geschaut. Einen Film. Diesmal ganz. Also von Anfang bis Ende. Serien sind ok, aber einen Film mit Überlänge (128 Minuten) – nein!

»Blind Side – Die große Chance« mit Sandra Bullock lief so häufig als Wiederholung auf ProSieben oder SAT.1 (oder keine Ahnung wo noch), dass ich durch mein zufälliges Hineinzappen so viele Streifen daraus gesehen hatte, dass es mein Interesse weckte. Ich nahm mir vor, den Film in Ruhe an einem Stück anzuschauen. Pustekuchen! Durch mein geschicktes Herumzappen war mir etwas Wichtiges entgangen: die nervige Werbung.

Es schien, als wollte die Werbung mir mit voller Wucht die Stunden heimzahlen, um die ich sie »betrogen« habe. Ich habe nichts gegen Werbung (ich werbe hier ja auch, allerdings interessehalber). Nur etwas gegen aufdringliche, penetrante und störende Werbung. Nervige Werbung kennen die meisten von uns aus dem Internet mit den Popups, den automatisch laufenden Werbevideos oder den Werbeflächen, die sich penetrant in den Vordergrund drängen und alles andere verdrängen.

So war es auch bei diesem Film. Leider. Denn in den besonderen Momenten, wo der Film mich einfing und begann, mich innerlich zu erreichen und etwas wie Mitgefühl und Rührung in mir zu wecken – Zack! – Werbung. Nur ein Schlag in die Fresse ist erfrischender.

Nicht 1x.
Nicht 2x.
Nicht 3x.
Nicht 4x.
Ich hörte auf zu zählen, als ich vor Wut schäumte.

In diesem Schlag in die Fresse verbarg sich eine tiefergehende Botschaft: »Hör auf mit dem sentimentalen Quatsch! Sei oberflächlich, konsumgeil, und alles wird wunderbar«. Genau, geh du auch etwas anschaffen – sorry, ich meine: kaufen. Denn nur dein Geld zählt. Geld geht immer vor Mensch.

Das waren keine Cliffhanger. Das war Mord! Die Zerstörung der Dramaturgie. Die Zerstückelung der Seele eines Films. Film als Werbevorlage. Der Film als Prostituierte der Werbung geht anschaffen. Mehr nicht.

Es wird höchste Zeit für eine Art AdBlocker fürs Fernsehen, sonst bringt sich das Fernsehen selbst um seine Zuschauer (Grüße von Google!).

Ich weiß, dass die Quoten im Fernsehen sinken. Die WirtschaftsWoche spricht hier vom »Leben und Tod«, um den es beim Fernsehen geht (Quelle: WiWo, Stand: 18.02.18). Aber auf die sinkenden Zuschauerzahlen mit steigender Werbung (Anzahl und Dauer) zum Ausgleich zu reagieren, ist wie ein Aderlass bei einem kranken Patienten.

Das war das Wort zum Sonntag. Ich wünsche Euch einen Montag. Mal schauen, was heute Abend im Fernsehen kommt…

PS. Der Film ist gut und basiert auf einer wahren Begebenheit. Mir hat er gefallen.

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