Kokain auf der Toilette oder Woran man eine Lüge erkennt

Ich gebe mir wirklich Mühe, etwas im Fernsehen zu finden, dass ich anschauen könnte. Doch es bleibt wie häufig bei unzusammenhängenden, fragmentierten Bildhäppchen, die sich beim ungeduldigen Zappen rastlos und sinnlos aneinander reihen – kleine Portionen, die nicht satt aber träge machen.

Irgendwo, so hoffe ich, etwas zu finden. Etwas Inspirierendes, Informatives oder zumindest einen Aufreger.

Ich bin nämlich auf der Suche.

Auf der Suche nach jenem Stoff, aus dem sich erfolgreiche Artikel speisen. Eine Art Schatzsuche. Das Zappen ist wie das Auswerfen eines Fischernetzes in die Frequenzwellen der Fernsehsender. Ein Fischen im stetigen Strom voll Müll. Eine Art Pfandflaschen sammeln im Feuchten. Oder gar »Bares für Rares«.

Und wie immer bleibt irgendwann etwas darin haften, wie heute bei jenem Grenzgänger in Border Patrol Canada auf ProSieben MAXX.

Die Border Patrol führte an den Handflächen des Mannes einen Drogenwischtest durch und fand Kokain. Direkt mit dem Ergebnis konfrontiert reagierte der Mann sofort.

Wie glaubst du reagiert jemand, der unschuldig und jemand, der schuldig ist? Die Auflösung gleich hier nach der Werbung – also bleib dran…

Um die Spannung ein wenig aufrecht zu erhalten, vielleicht meine Reaktion – nein, liebe Türsteher, Zivilpolizisten und Ladies, die ihr immer mit mir eine Party feiern wolltet: Ich habe nie im Leben Drogen gekauft, verkauft oder gar konsumiert!

Wie hätte ich mich (theoretisch) verhalten?

Meine erste Reaktion wäre vermutlich eine undefinierbare Mischung aus Schock und Fassungslosigkeit. Und vielleicht Angst. Sofort würde ich alles abstreiten und irgendwo eine Verschwörung wittern: Jemand versuchte mir Drogen anzuhängen wie in einem zweiklassigen türkischen Film! Oder jemand hätte mir während meines Urlaubs Drogen untergejubelt. Man hörte und las so viel darüber (wo eigentlich?).

Die Reaktion des Mannes jedoch war eine andere.

»Auf der Toilette waren weiße Pulverrückstände verteilt!« Er lieferte sofort eine Erklärung.

Igitt! Hatte er sich die Hände nicht gewaschen?! Ein weiteres Bild blitzte ungewollt in meinen Kopf auf. Doch diesmal sorgte es für wohltuende Erheiterung. Was hätte er geantwortet, hätten die Grenzbeamten Kokainspuren in seinem Gesicht gefunden? Er sei unglücklich ausgerutscht und mit dem Gesicht auf der Klobrille gelandet. Und vor lauter Schreck hätte er versehentlich das gesamte Pulver inhaliert. Das war so plausibel, wie sich Geschlechtskrankheiten beim Geschlechtsverkehr mit einer Klobrille zu holen. Es erinnerte mich an eine unwirkliche Szene aus einem Ben Stiller Film, der auf einem Rastplatz mit heruntergelassener Hose spielte.

Die Beamten durchsuchten daraufhin seinen Wagen, fanden unerwartet nichts. Als der Mann davonfuhr, sagte er mit der Kamera im Rücken, er würde nie mehr außerhalb konsumieren.

Ich hoffe, er wird sich jetzt nach jedem Besuch einer (öffentlichen) Toilette gründlich die Hände mit Wasser und Seife waschen!

photo by pixabay


2 Gedanken zu “Kokain auf der Toilette oder Woran man eine Lüge erkennt

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