Wenn Millionen Affen Schreibmaschine schreiben


Shakespeares Gorilla by fxhakan

Hat jemand von euch beim Lesen eines Textes je gedacht: »Gib irgendeinem Affen eine Schreibmaschine, und er schreibt genauso gut, wenn nicht besser!«?

Nein?

Ich auch nicht.
Höchstens, wenn es sich um einen sehr intelligenten Affen handelte.

Aber, dass Affen etwas Sinnvolles schreiben ist von der Wahrscheinlichkeitsrechnung her gesehen gar nicht so abwegig. Sie brauchen nur eine Schreibmaschine.

Endlos tippende Affen

Dazu muss man nur eine unendliche Anzahl an Affen an unendlich vielen Schreibmaschinen tippen lassen. Eine etwas kostengünstigere Variante wegen Platzmangels (und woher die vielen Schreibmaschinen nehmen?) ist die, nur einen Affen unendlich lange an die Schreibmaschine zu setzen.

Laut dem »Theorem der endlos tippenden Affen« (oder engl.: Infinite-Monkey-Theorem) würde nach aller Wahrscheinlichkeit durch Zufall irgendwann etwas Sinnvolles herauskommen. Vielleicht sogar ein Meisterwerk wie »Hamlet« von William Shakespeare oder ein anderes seiner Werke. Es könnte sogar sein, dass genau dieser Artikel dabei herauskommt – aber wir wollen nicht nach den Sternen greifen.

Reales Experiment mit Makaken an Schreibmaschinen

Ganz irdisch und sehr ernüchternd war daher das Ergebnis des Experiments an der Plymouth University in England.

Studenten der Uni organisierten statt unendlich vieler Affen lediglich sechs Makaken und setzten sie vier Wochen vor Computer.

Vermutlich fühlten sich die Makaken um ihre wunderschönen Schreibmaschinen betrogen und produzierten aus Wut ein fünf-seitiges Pamphlet. Das Getippte der Makaken entzog sich jeder bekannten menschlichen Sprache. In dem Schreiben tauchte überraschend häufig der Buchstabe »S« auf.

Als die Affen genug vom Schreiben hatten, nutzen sie die Tastatur als Toilette (hoffentlich äfft das kein Aktionskünstler nach).

Millionen virtueller Affen

Meine Hoffnung, irgendwann durch Zufall etwas mit Substanz und Bestand zu schreiben, wenn ich nur so viel wie möglich schrieb, war dahin. Blöde Affen!

Dann fiel mir ein, ich bin Informatiker! Also warum programmierte ich nicht zig virtuelle Affen und ließ sie auf virtuellen Schreibmaschinen zufällig tippen?

Der Grund hierfür war einfach: Jesse Anderson startete glücklicherweise mit seinem Projekt »A Few Million Monkeys Randomly Recreate Shakespeare« ein paar Jahre zuvor.

Seine virtuellen Affen schafften nach seinen Angaben in wenigen Wochen, zufällig alle Werke Shakespeares zu schreiben.

Er ging jedoch sehr einfach vor, indem er immer wieder Teile seiner zufällig generierten Wörter mit den Werken von Shakespeare verglich und dann erst die folgenden Sätze zufällig weiter generierte. Der Unterschied ist m.E. erheblich, denn die Idee mit dem Affen beruht darauf, dass das Stück als Ganzes geschrieben wird.

Quellen & Links

wiki: Infinite-Monkey-Theorem
URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Infinite-Monkey-Theorem, Stand 21.04.2017

SPON: Sechs Affen, ein Computer und keine Spur von Shakespeare
URL: http://www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/skurrile-forschung-sechs-affen-ein-computer-und-keine-spur-von-shakespeare-a-248113.html, Stand 21.04.2017

Jesse Anderson – A Few Million Monkeys Randomly Recreate Shakespeare
URL: http://www.jesse-anderson.com/2011/09/a-few-million-monkeys-randomly-recreate-shakespeare/, Stand 21.04.2017

8 Gedanken zu “Wenn Millionen Affen Schreibmaschine schreiben

  1. Hallo,

    ich bin mir nicht sicher, ob Sie mein Kommentar interessiert. Deshalb fasse ich mich kurz.
    Ich lebe in Thailand. An meinem Haus plante ich einen Anbau mit 3 Fensterscheiben. Größe rund 1,40 m x 70 cm. Eine “Firma” kam und wollte die Scheiben vor Ort zuschneiden. Mit einem Glasschneider wurde die Länge der Rohscheibe von 152,3 cm auf 143,5 cm, links, angeritzt. Nun hätte der erste Abbruch über einer Schiene nach unten erfolgen müssen. Ein Arbeiter legte jedoch plötzlich, ohne Sinn und Verstand, unter die rechte Ecke ein kleines Holzstück und drückte fest auf die Glasscheibe. Mit einem lauten Knall zerbrach sie in 3 Teile.
    Jetzt kommt das Wunder:-) Geplant war ein Trapez. Maße 143,5 cm Höhe links 66 cm und rechts 36,5 cm. Die Scheibe zerbrach in ein Trapez, das von dem ursprünglichen Maß in den 2 Diagonalen gering abwich: D1=157,95cm D2=148,069 cm nun D1´= 158,076 cm D2`=147,874 cm. Die obere Kannte sollte ursprünglich 146,5 cm betragen und betrug nun 146,8 cm.
    Die Fläche F1= 7354,375 cm2 nun F1`= 7318,5 cm2.
    Es gab auf dem Glas keinerlei Gravuren für die ursprünglichen Maße außer der beschriebenen Ritzlinie. Was denken Sie wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist so etwas zu erzeugen? Zieht man die Millionen Möglichkeiten des Zerspringen des Glases in Betracht, ähnelt das sehr dem Affen-Beispiel.
    Alles habe ich fotographisch und rechnerisch genauestens belegt. Ich halte das für ein Wunder! Vergleichbar mit den Infinite-Monkey-Theorem. Nur das hier der erste Versuch glückte:-)

    Dipl. Physiker
    G. Wolf

    1. Hallo Herr Wolf,
      ich freue mich über jeden Kommentar mit passendem Inhalt.
      Das klingt wirklich nach einem Wunder (auch wenn ich als Naturwissenschaftler nicht daran glaube)! Was die Berechnungen betrifft, da habe ich ein paar Schreibmaschinen durch den Taschenrechner CASIO FX-9860GII mit Hintergrundbeleuchtung ersetzt. Ich bin gespannt, wann die Affen die richtige Wahrscheinlichkeit errechnen 😉

Reposts

  • Hakan von C

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