Mittwoch, 22.02.2017 – Hellwach im Dunkeln

3 Uhr morgens mitten in der Woche. Dunkelheit drang durch die kleinen Spalten meiner Jalousien. Ich war hellwach – gab es das auch in dunkel?

Eine Zeit, in der du nichts machen kannst, außer halt den Versuch zu unternehmen, direkt wieder einzuschlafen (an einem Wochenende gelang mir dann doch etwas Vernünftiges). Aber das Direkte lag mir nicht, also nahm ich einen Umweg zum Schlaf, denn ich hatte vier Stunden Zeit bis 7 Uhr und die ließ ich mir dann auch.

Nach zwei Stunden schlief ich ein und wachte dann kurz vor 7 Uhr auf. Nicht einmal dazu war ich in der Lage. Ich vollbrachte das Kunststück, unausgeschlafen vor dem Wecker aufzuwachen, egal wie kurz vorher ich mich hinlegte. Ich bin ein Magier, ein Zauberer der verlorenen Zeit und des verpassten Schlafes. Oder meine innere Uhr hatte einfach einen Schaden.

Ich stand auf. Ging ins Bad. Machte mir Frühstück. Aß. Räumte ab. Ging wieder ins Bad. Der Tag nahm seine gewohnte Gestalt an.

Ich jedoch war noch immer nicht wach, irgendwie zerknittert und schien wie ein Untoter zu wandeln. Die Finsternis hing schwer an meinen Augenlidern und zog mich hinunter. Deformierte mein Gesicht. Dunkelmüde schaute ich in den Spiegel hinein, auf ein Gesicht, das kurz vor dem Abriss stand. Leider fand ich keine Absperrung, keine Warnung »Betreten auf eigene Gefahr« oder ein Hinweisschild »Umleitung. Folgen Sie der U49 und dann links«.

Also machte ich das, was ich häufiger machte: Ich zauberte ein Lächeln hinein. Ein wunderschönes Lächeln, das mich in eine lustige Stimmung versetzte und das mein Gesicht in faltige Schichten legte, wie den Stoff um die Knie meiner Anzüge, die ich zur Arbeit anzog.

»Ach«, dachte ich, »spiel mir das Lied vom Tod auf dem Akkordeon!« Ich fand mich lustig, bis mir etwas einfiel. Ich kann nur Blockflöte.


5 Gedanken zu “Mittwoch, 22.02.2017 – Hellwach im Dunkeln

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  • Hakan von C

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