Buch: John le Carré – Der Spion, der aus der Kälte kam

Wie bewahrt man sich das Menschliche in einer grausamen Welt?

John le Carré - Der Spion, der aus der Kälte kam
John le Carré – Der Spion, der aus der Kälte kam (Amazon Werbelink)

An zwei aufeinander folgenden Tagen, an denen die Sonne nach den Regentagen heiß schien, las ich das Buch »Der Spion, der aus der Kälte kam*« (Amazon Werbelink) von John le Carré aus dem Jahr 1963 mit seinen 276 Seiten überraschend schnell und leicht durch.

Es hatte etwas Unwirkliches und Paradoxes an sich, ein düsteres Buch, das von der menschlichen Kälte handelt und seltsam aktuell zu sein scheint, an diesen beiden Tagen zu lesen.

Das Buch zog mich in seine grausame und konfliktbeladene Welt hinein und weckte meine Neugier am Leben des Spions Alec Leamas.

Der Spionageroman mit seinen unerwarteten Wendungen unterschied sich völlig von damaligen Agentenromanen a la James Bond. Mehr zum Inhalt könnt Ihr auf Wikipedia lesen.

Mich interessierte vielmehr der Mensch Alex Leamas.

Er schien mir ein kaputter Held zu sein, der am Leben und vor allem an sich selbst scheiterte, weil er aus seinem wissentlich schlechten Leben nicht herausbrechen konnte, denn er kann nichts anderes. Zeitweise dürften einige von uns so ähnlich gefühlt haben, zumindest kam mir das Nicht-Herausbrechen-Können sehr vertraut vor.

Jedoch schwächelte er nicht, indem er mit seinem Leben haderte, sondern er machte kompromisslos weiter. Besonders interessant wurde er für mich in seiner Begegnung mit der jungen und attraktiven Elisabeth Gold, kurz Liz genannt.

Neben dem Charakter der Figur Alec Leamas faszinierte mich vor allem das gemeinsame Schicksal der beiden.

Dort zeigte Alec in seiner ungewöhnlichen, fast schon kargen Art, seine sehr menschliche Seite im Umgang mit Liz, die er widerwillig zu lieben begann. Sie drang zu ihm durch und brachte, wenn auch kurz, Wärme in seine kalte Welt. Am Ende blieb sie seine schwerwiegendste und menschlichste Schwäche.

Beeindruckend fand ich, wie er bei all dem Kaputten und der Kälte um ihn herum, und die sich teilweise in ihn hinein gefressen hatte, etwas Menschliches in sich bewahrte.

Ich glaube, es gelang ihm, weil er desillusioniert war.

Damit sah er seine Welt wie sie war, ungeschminkt und ohne verfälschende Gefühle und Vorurteile. In einer Welt, in der nichts so zu sein scheint wie es ist und in der man sich auf keinen verlassen kann – nicht mal auf sich selbst –, schien das die beste Strategie zu sein.

Vor allem scheint er den Glauben an den Menschen bis zuletzt nicht verloren zu haben.

Quellen & Links

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