Who The F*ck ist das Volk?!

Die Kunst, sich selbst ins Knie zu fi**en, beherrsche ich nicht – ich finde den Eingang nicht. Aber es gibt jetzt die Brexit-Vorbilder wie Premierminister David Cameron oder den Ex Londoner Bürgermeister Boris Johnson, die gezeigt haben, wie das geht. Die Gesichter, die sie dabei ziehen, zeugen nicht von Spaß. Scheint also nichts Nachahmenswertes zu sein.

Auch die ernsten und betretenen Gesichter des EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Junker und Parlamentspräsidenten Martin Schulz lassen nicht einen erfreulichen Akt erkennen. Keine Schadenfreude. Sie erinnern mich vielmehr an zwei angepisste, trotzige Kinder, die nach Rache dürsten, weil es jemand gewagt hatte, ihre schöne EU vorzuführen. Grobes Foul. Jetzt wollen sie Stärke zeigen und drängen die Briten auf sofortigen Austritt aus der EU. Keine Schonfrist. Keine Verlängerung.

Nicht nur Stärke, sondern auch Entschlossenheit und vor allem Handlungsfähigkeit will der Junker beweisen und wollte die Entscheidung für CETA an den nationalen Parlamenten vorbei ratifizieren lassen, denn das sei, sagte er rotzfrech, in juristischer Hinsicht allein Angelegenheit der EU-Kommission. Und mal im Ernst, wer möchte noch das Volk befragen, wenn es seinen eigenen Kopf hat und nicht wie gewünscht wählt. Ich meine, was sonst haben unsere politischen Eliten vom Brexit gelernt, als dass das Volk nicht demokratiefähig ist. Das Volk hat halt bei den führenden Politikern sein Vertrauen verspielt…

Nun ja, rechtlich ist das bestimmt richtig, aber es zeugt nicht gerade von Taktgefühl und spielt den Ball wieder in die Hände der Kritiker und Gegner, als wollte Junker nachträglich noch den Brexit-Befürwortern argumentativ zur Seite springen. Fehlpass!

Der SPD-Parteivorsitzende und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel wittert die politische Sprengkraft des Themas und grätscht Junker gekonnt zwischen die Beine. Erstaunlich für jemanden, der eben noch für TTIP war – aber Moment, er täuscht ja gerne mal links an, um läuft dann rechts vorbei. Vielleicht stürmt er daher auf Junker zu, weil der im Begriff ist, ein Eigentor zu schießen und damit seine Fans zu verärgern und TTIP zu »töten«.

Aber Junker kann das eigentlich egal sein. Er spielt doch nicht für das Publikum auf den billigen Stehplätzen, oder? Das sind nicht seine Fans und gewählt haben sie ihn auch nicht (vielleicht haben wir beim Brexit die falschen Alten beschuldigt?). Daher ergeht hiermit ein herzliches: Who The F*ck ist das Volk?!

PS. Wer die EU kritisiert, ist nicht gegen Europa.


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