So eine Busfahrt…

Ich war der einzige Fahrgast, der an der Haltestelle wartete. Der Bus hielt und öffnete seine Tür direkt vor meiner Nase. Da ich vorne einstieg, nahm ich automatisch meinen Studentenausweis heraus, der galt als Fahrkarte für Bus- und Bahnfahrten. Ich zeigte den Ausweis mit der korrekten Seite vor, so dass der Busfahrer meine gültige Semestermarke erkennen konnte.

„Deinen Personalausweis.“
Ich war kaum drin und schon duzten wir uns.
„Ich hab keinen, weil ich kein Deutscher bin. Aber…“ – „Dann raus.“

„Aber“, fuhr ich fort, „ich habe einen Führerschein. Das ist ein amtlicher Lichtbildausweis und damit geht das auch.“

Ich blieb ruhig, schließlich war ich nur zu Gast in seinem Bus, das der Stadt-Bielefeld gehörte, zu dem ich ein zulässiges und bezahltes Ticket besaß. Die jahrelange Zusammenarbeit mit den Türstehern vor den Diskotheken hatte sich bezahlt gemacht. Mich konnte niemand mehr so einfach aus der Ruhe bringen und am Ende kam ich hinein. Aber, dass dieser Mann mich gleich überraschen würde, darauf war ich nicht gefasst!

Ein kurzer Blick und ein Murmeln.

„Verstehe ich nicht“, meinte er und schüttelte seinen Kopf. Er schloss die Tür hinter mir, griff in sein Lenkrad und fuhr los.
„Einen deutschen Führerschein, aber kein Personalausweis.“

Er setzte mich mit seiner Logik matt.

Ich durfte bleiben.

photo credit: Mikael Colville-Andersen via photopin cc


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